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   23.11.15 16:32
    ich bin gespannt, wie es
   4.12.15 23:12
    Geht die Story noch weit

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Im Krankenhaus, erste Szene

Die psychiatrische Einrichtung befand Hamburg. Dort gingen Anna und Finn (auch nicht sein richtiger Name) hin. Sie wollte sich anfangs sicher behandeln lassen, später wohl nicht mehr. Ich besuchte den mir liebsten Menschen fast jeden Tag. Nachdem ich in den Wochen nach der Geburt, die eigentlich himmlisch hätten sein sollen die Hölle erlebt habe, haben meine Frau und ich uns getrennt. Also ging ich mit meinem Kleinen überwiegend allein spazieren. Immer wieder hatte ich den Eindruck, Anna würde auch im Krankenhaus weiter trinken. Bis ich den Beweis dafür fand. Im Kinderwagen fand ich eine Piccoloflasche. Da dachte ich, was geht denn hier nur ab? Gibt es auf einer psychiatrischen Station keine Kontrolle? Bin ich der einzige, der den Alkohol bemerkt? Die Ärzte wussten doch, dass es auch um Alkoholmissbrauch bei meiner Frau ging. Anyway... Nach einigen Tagen meldete sich die Station telefonisch bei mir. Man wollte wissen, ob Anna bei mir sei. Dies verneinte ich. Es war etwa 23.00 Uhr. Sie hätte um spätestens 22 Uhr zurück sein müssen. Sie hatte Finn bei sich und war vermutlich betrunken. Ich malte mir die Situation in den schillerndsten Farben aus. Was ist da los? Ans Handy ging sie nicht. Ich hatte solche Angst! Um kurz nach halb zwölf rief die Klinik erneut an um mir mitzuteilen, Frau und Kind seien nun da, Frau allerdings betrunken. Als ich sie beim nächsten mal darauf ansprach, war sie nach ihrer Darstellung nur ganz entspannt auf St. Pauli unterwegs. Um 23 Uhr? Unter Alkohol? Mit einem Säugling? Ich wäre fast geplatzt. Ich wollte den jungen sofort mitnehmen. Weg von ihr, nur weg. Sie gefährdete unseren Sohn und sah nicht ein, dass das gefährlich ist. Mit dem eigenen Auto auf St. Pauli mit einer bipolaren Erkrankung und einer ordentlichen Menge an Alkohol...
23.11.15 20:06


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Der Anfang

Hallo. Ich bin ganz ganz neu im "Blog-Gewerbe", es ist mein erster.
Wenn ich nicht gleich alles richtig mache, verzeiht mir bitte.
Im Grunde geht es mir nur darum, meine Erlebnisse und Gefühle der letzten Jahre niederzuschreiben, um diese schwere Zeit besser zu überstehen. Und vielleicht ein paar Tipps, Anregungen, ggf. sogar Unterstützung zu finden.

Aber von Anfang an:

im September vor sieben Jahren lernte ich meine heutige Frau und nun zukünftige Exfrau kennen. Sie trank damals zu viel, auch war sie manisch. Die Manie als Krankheit kannte ich bis dahin nicht. Man hört ab und zu etwas über manisch - depressiv. Aber mal ehrlich, wer kennt sich damit schon aus? Allenfalls Betroffene und Angehörige. Angehöriger bin ich seit 2008, ich weiß jetzt, wovon ich rede.

Wir lernten uns also kennen. Ich bemerkte ihr ständiges Wein trinken natürlich. Zu diesem Zeitpunkt mochte ich sie schon sehr. Nur wollte ich nicht mit jemandem zusammen sein, der so viel trinkt. Nie exzessiv, nur permanent.

Ich bin seit eineinhalb Jahrzehnten trocken und will den Alkohol nie wieder in mein Leben lassen. Das sagte ich ihr auch und bevor es bei uns richtig losging, dachte ich, das war's jetzt schon.
Meine heutige Frau, ich nenne sie mal Anna, um ihre Anonymität zu wahren, war nicht begeistert davon, mit dem Trinken aufhören zu müssen, falls sie mit mir zusammen sein wollte. Nachdem sie versprach aufzuhören und sich zwei Tage später betrunken bei mir sehen ließ, sagte ich ihr, dass es so nicht ginge und ich beendete den Kontakt.

Waren es Tage oder Wochen... Ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls meldete die sich wieder und wollte mit dem Trinken aufhören. Sie meldete sich bei einer Selbsthilfegruppe und ging dort regelmäßig hin. Allerdings auch, um einen Beleg für die MPU zu bekommen, weil sie ihren Führerschein versoffen hatte.
Ihre Manie ließ sie auch behandeln, nahm regelmäßig Medikamente. Sie wurde stabil, fing wieder mit dem Sport an. Irgendwann waren wir ein festes Paar und suchten uns eine gemeinsame Wohnung. Wir bezogen eine Doppelhaushälfte mit großem Garten.
Alles lief gut, bis das Thema Kinder aufkam. Wie versäumten beide, uns vorher darüber Gedanken zu machen, ob wir gemeinsame Kinder wollen bzw. ob es diesen Wunsch überhaupt gibt. Ich verneinte dies für mich immer. Sie wollte aber Kinder, mindestens eines. Da ich so gar nicht wollte trennten wir uns auf Zeit. Jeder sollte seine Wünsche überdenken.

Einige Tage später. Ich wollte diese Frau nicht verlieren und ein Kind könnte ich mir mit ihr vorstellen. Also bin ich zu ihr hin : lass uns ein Kind bekommen oder es wenigstens versuchen. Klappt ja nicht immer, doch es klappte schnell.
Wir heirateten Ende 2010. Im Frühjahr 2011 wurde unser Sohn geboren. Leider ist dieses an sich freudige Ereignis mit viel Negativem behaftet.

Am Tag der Geburt wurde ich von einem Rettungssanitäter morgens um 5 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Ich sollte nach XXXXXX kommen, meine Frau entbindet. Kann nicht sein, sie liegt neben mir, erwiderte ich schlaftrunken. Nein, tat sie nicht. Also ab ins Auto und nach XXXXXX. Meine Frau lag in den Wehen. Entbunden werden musste dann leider per Kaiserschnitt, obwohl meine Frau eine natürliche Geburt wollte.

Unser kleiner Mann kam dann doch gut auf die Welt, auch wenn der Start etwas holprig war.

Als beide entlassen worden waren, merkte ich schnell, dass etwas nicht stimmt. Anna konnte keine Minute ruhig sitzen. Aus diesem Grund stillte sie nicht. Angeblich käme keine Milch. Sie war aber wieder manisch. Sie schlief nicht mehr, aß kaum noch etwas. Und sie verschwand immer wieder mit dem Auto und war nicht erreichbar. Ich war in dieser Zeit voll arbeiten und musste mich auch noch um den kleinen Mann kümmern. Eine Frage der Zeit, bis ich abklappte und mich krank schreiben lassen musste.
Wirklich, eine Manie ist etwas richtig Schlimmes.
Meine Frau ist ein herzensguter Mensch und sehr empathisch.
Nur konnte sie den Kleinen nicht versorgen, jedenfalls nicht allein. Ständig waren andere Sachen zu erledigen. Eines Nachts schrie er sich die Seele aus dem Leib, Anna schlief endlich mal. Also bin ich ins Zimmer und finde den Jungen kaum richtig angezogen zitternd in seinem Bettchen vor. Ich fütterte ihn und zog ihn richtig an. An einem anderen Tag saß sie Garten und versuche mal wieder ihn zu stillen. In einem Arm den Jungen, in der anderen Hand eine Zigarette. Sie fuhr auch Auto, ohne den kleinen Mann richtig anzuschnallen etc. Ansprechen konnte ich es kaum, denn Anna war nicht bereit sich Kritik anzuhören. Sie wurde aggressiv, schloss mich sogar einmal im Schlafzimmer ein. Ich musste die Tür kaputt hauen, weil sie mit dem Kind und dem Auto wegwollte. Zu dieser Zeit trank sie schon wieder. Es endete nach einigen schweren Wochen im Krankenhaus. Weil Anna sich helfen lassen wollte (und musste), ging sie mit dem Kleinen in ein Mutter-Kind-Zimmer in einer psychiatrischen Einrichtung. Von den dortigen Eskapaden später mehr, ich muss jetzt meinen Sohn aus dem Kindergarten abholen. Ich bin gespannt, ob das überhaupt jemand liest.
23.11.15 15:26


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